Pampers im Interview mit Katja Keßler

Kategorien: Allgemeines, Baby, Eltern, Kinder

Von Gute-Nacht-Geschichten und Einschlafritualen

Pampers hat ein Interview mit der Kinderbuchautorin, Katja Keßler, durchgeführt. Für das Interview wurden auch Mütter aufgerufen Fragen einzusenden ( http://www.annekratz.de/katja-kessler-gewinnspiel ).

Hier ist das Interview mit Pampers und euren Fragen:

Frau Dr. Keßler, zuhause bei Ihnen warten Ihre 4 Kinder und Ihr Mann auf Sie. Haben Sie Ihre Familie bewusst von Anfang an geplant?

Nein, das steht und fällt doch mit dem richtigen Mann! Mit einunddreißigeindrittel war ich vom Heiraten und Kinderkriegen so weit entfernt wie Grönland vom Äquator. Vier Monate später war ich mit dem Mann meines Lebens zusammen und schwanger. Da hat der Liebe Gott mir die Hand gereicht. Aber ich glaube, dass viele Frauen sich nicht trauen, Schicksal zuzulassen, wenn es ihnen begegnet. Ich versteh das, oft sind es ja diese Gedanken: Jetzt bin ich im Job so weit und in den Urlaub will ich auch noch fahren! “ Und plötzlich ist ein Baby das, was man sich erst zutraut, wenn alles andere geschafft ist und erledigt. Aber wann ist das? Es gibt doch diesen Satz: Ein Baby passt nie.
Und deswegen immer…

Mit Kindern im Haus gelangt man hin und wieder an seine Grenzen.
Wie tanken Sie Energie?

Ich glaube, du musst Energie-Inseln schaffen, auf denen du dich erholen kannst. Kinder nehmen 120 Prozent und das ist okay. Aber genauso okay ist, sich als Mutter für eine Weile auszuklinken, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, um dann mit aufgetanktem Motor in die nächste Runde zu starten. So simpel. Dann ist eben der Kuchen zum Kindergeburtstag mal nicht selbst gebacken.

Viele unserer Leserinnen fragten sich, was sie tun können, dass ihre Kinder im eigenem Bett schlafen. Was hat Ihnen geholfen, dass Ihre Kinder zum Schlafen ins eigene Bett gehen und nicht nachts heimlich wieder ins Ehebett krabbeln?
Liebe und Strenge. Wobei du als Mutter schnell das Gefühl bekommst: Du bist keine Frau, du bist eine Gebetsmühle! Wenn du immer wieder dasselbe fünfmal sagen musst. Aber es lohnt sich. Irgendwann haben die Kids die Regeln verinnerlicht, dann wird’s einfacher.

Haben Sie bereits bei Ihrem ersten Kind gewusst, wie die ideale Strategie für die Reise ins Schlummerland aussieht?
Null. Ich erinnere mich: Unsere älteste Tochter schaukelten wir nachts immer in ihrer Wiege, damit sie nicht aufwacht. Nickten wir darüber ein, wachte sie prompt auf und fing an zu schreien. Im Nachhinein frage ich mich, wer war eigentlich kompliziert: sie oder wir? Warum haben wir sie nicht einfach in Ruhe gelassen? Die musste ja denken: Wenn’s nicht mehr ruckelt, ist was falsch.

Wenn Kinder abends nicht schlafen möchten, wird Eltern manchmal großes Geschick abverlangt. Haben Sie Tipps für die Leserinnen und Leser parat, wie man Kinder friedlich ins Traumland geleitet?
Es ist gut, mehrere Zu-Bett-geh-Signale miteinander zu kombinieren. Also: selber ruhiger werden, die Bewegungsabläufe verlangsamen, leiser sprechen, Licht dimmen. Bei hektischen Abläufen ohne erkennbare Struktur verstehen Kinder gar nicht, was Mama jetzt gerade von ihnen will. Sie sind verunsichert und blockieren dann. Bei uns essen wir erst gemeinsam Abendbrot, dann baden die Kinder und zum Schluss lesen wir eine Gute-Nacht-Geschichte.
Es ist oft eine Lieblingsgeschichte, die ich ihnen immer wieder vorlesen soll. Die Gute-Nacht-Geschichte ist mein liebstes Ritual.

Für Pampers haben Sie eine Gute-Nacht-Geschichte geschrieben. Können Sie unseren Leserinnen verraten was das Vorlesen so wichtig für Sie macht und ab welchem Alter man am besten damit beginnen sollte?
Untersuchungen haben gezeigt, dass nichts die geistige Entwicklung von Kindern besser fördert als Lesen. Und solange meine Kinder das noch nicht selber können, lese ich ihnen vor. Ein Kind ist so empfänglich dafür, wenn man es mit großen Gesten und großen Augen in eine Fantasiewelt entführt. Das kann eine DVD, die eher passiv konsumiert wird, die Bilder vorgibt, niemals ersetzen. Es ist ja auch nicht so, dass Kinder mit sechs Jahren in die Schule kommen und dann heißt es plötzlich „lern“ und „lies“… Das beginnt alles viel früher. Auch schon ganz kleine Kinder profitieren von Geschichten und Vorlesen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Selbst Babys im Mutterleib vermittelt der Klang der Stimme Geborgenheit und Vertrauen. Später kommt nach und nach dazu, dass sie das Gehörte auch verstehen.

Haben Ihre Eltern Ihnen früher auch vorgelesen und erinnern Sie sich noch an Ihre Lieblingsgeschichte?
Mein Vater hat immer vorgelesen. Und zwar die Nibelungensage. Das ist nun nicht zwingend eine Kindergeschichte, aber meine Geschwister und ich liebten sie und haben ständig gebettelt: „Psst, Papa! Erzähl mal Siegried!“ Das war unsere traditionelle Famillien-Gute-Nacht-Geschichte. Kinder lieben das: dieses Rudel- und Zusammengehörigkeitsgefühl, das Vorlesen erzeugt.

Wir bedanken uns für das Interview!

Alle GewinnerInnen der Pampers- Fragen- Aktion werden schriftlich benachrichtigt!

Yuchuu, teilen macht Spass :-)

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