Der morgendliche Kraftakt einer Mutter

  • Der Kraftakt einer Mutter
    Was wir Mütter nicht alles morgens schon leisten müssen....
Was wir Mütter nicht alles morgens schon leisten müssen....

Was wir Mütter nicht alles morgens schon leisten müssen….

Es ist Montag morgen um 6 Uhr. Eine neue Woche beginnt. Der Wecker klingelt energisch und versucht mich wach zu rütteln. Verdammt, er hat schon wieder gewonnen. Ich quäle mich aus dem Bett und wecke die Kinder. Es gibt doch nichts Herrlicheres als morgens mit den Worten der Kinder so richtig wach zu werden „Geh raus, Mama!“ oder „Mama, ich will nicht aufstehen, wecke erstmal die Anderen!“.

Ja, Mutter sein ist schon was Wunderbares… Nachdem also die Kinder aus dem Bett gescheucht wurden und sich wie Zombies Richtung Badezimmer bewegen, versuche ich mich fertig zu machen. Meine Kinder jedoch denken nicht mal im Traum daran sich anzuziehen. Stattdessen hocken sie kreidebleich und statisch vor dem Spiegel und glotzen ins Leere. Aufwachen! Fertig machen!, überlege ich zu rufen. Aber das strengt mich um diese Uhrzeit nur an. Also habe ich einen Trick eingeführt. Ich stelle den Wecker im Bad sichtbar und gebe so meiner Rasselbande 30 Minuten Zeit sich fertig zu machen. Ich erkläre noch kurz im Lehrer-Manier: „Also Kinder schaut her. Wenn der große Zeiger hier steht, dann klingelt der Wecker. Seid ihr nicht fertig, fällt das Frühstück leider aus.“. Sicher würde ich immer versuchen, dass meine Kinder ihr Frühstück einnehmen können. Aber diese Art von Druck mit der Wecker-Aktion hat mir schon so manche Morgen erleichtert. Meine Kinder versuchen also Gas zu geben und legen langsam los. Hin und wieder muss ich doch noch mal erinnern, dass da ja dieser Wecker steht und erinnere mich an diesen Prof. Dr. Hastig aus der Sesamstrasse, welcher immer wieder einschlief bei seinem Handeln. So ähnlich sind mein Kinder morgens wohl auch 😀


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Frühstück mit Mahnzuschlag

Meine Kinder haben es nun endlich geschafft fast pünktlich am Frühstückstisch zu sitzen. Auch jetzt erinnern sie mich noch ein wenig an kleine Zombies. Grau, müde, maulig. Ich ignoriere das und wir legen los. Kaum ist der Mund aber mit Cornflakes gefüllt geht es los. Sie erwachen zum Leben! Es wird gebrabbelt und geschnattert. Natürlich immer mit vollem Mund, versteht sich. Was interessiert schon so ein kleiner Zombie, ob Mama oder Papa das Ganze auch verstehen. Da ist es gleich, ob der Müll bis oben gefüllt ist oder nicht. Hauptsache loswerden. Also komme wieder ich auf den Plan: „Mach mal den Mund bitte leer, bevor Du redest. Mach mal ne Pause und iss jetzt weiter. Was sind denn das für Wörter, bitte? Hör auf zu kaspern am Tisch!“… Naja die Latte an Ermahnungen geht ins Unendliche und wiederholt sich überall schätze ich. Und wenn man sich das ins Gedächtnis ruft, funktioniert es ganz gut ruhig zu bleiben als Mutter.
Das Frühstück neigt sich dem Ende zu. Jetzt kommt der nächste Kraftakt…

Anziehen und Losgehen

„Ziehe dich bitte an. Du hast den Schal vergessen. Wo ist Deine Mütze?“… Kraftakt Nummer drei ist in voller Fahrt. Die Kinder müssen angezogen werden und hängen eher im Flur herum als dass sie sich fertig machen. Also muss Mutti wieder ran an die Sache und nörgeln, ermahnen, drängeln. Zur Kindergartenzeit war das ja ziemlich egal, ob man 10 Minuten später kam oder nicht. Aber wenn die Kinder erstmal in die Schule kommen ist das nicht mehr so egal. Dann steht da ein Lehrer, der Dir als Mutter klar macht, dass Dein Kind pünktlich zu sein hat. Jajaja… Also weiterdrängeln und die Kinder ins Auto bugsieren. Noch schnell die Taschen vorher schnappen und los geht´s.
Ich muss die Kinder mit dem Auto bringen, da die Entfernungen zur Schule, Kindergarten und zurück in der kalten Jahreszeit eher ungünstig sind.
Somit startet Kraftakt Nummer 4…


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Eine Autofahrt ist lustig, eine Autofahrt ist stressig

Kaum sind wir unterwegs fängt meine Tochter an mir zu erzählen: „Mama, wir müssen heute unbedingt ein Buch mitbringen. Das war unsere Hausaufgabe!“ Äh? Gab es hierfür nicht das weltberühmte Hausaufgabenheft, in dem alles drinsteht, was Schüler und Eltern wissen sollen? NEIN! Also das Heft gibt es schon, aber eingetragen wurde nichts. Na super, denke ich. Wir haben noch 15 Minuten bis zum Schulklingeln. Also drehe ich um, hetze zurück, hole ein Buch, fahre wieder los und biege in den morgendlichen Berufsverkehr ein, um mir dann von meinem Kind anhören zu lassen: „Das ist das falsche Buch! Ich wollte das andere mitnehmen zum Zeigen.“ Aber diesmal ignoriere ich den Auftrag und kontere nur mit: „Dann hättest Du vorher dran denken können.“. So bringe ich also ein schlecht gelauntes Kind zur Schule. Weil der Schulranzen so unerbittlich schwer ist, bringe ich mein Kind noch hoch und spiele den Träger. Warum sind die Dinger eigentlich so schwer, wenn doch kaum was drin ist? Schulranzen sollten einfach viel leichter und handlicher sein…

In der Schule Ruhe bewahren

Nachdem sich mein Kind nun endlich dazu entschieden hat, Jacke, Mütze und Co abzulegen, schleicht es in Richtung Klassenraum. Mein anderes Kind, ein Kita-Kind, trottet noch langsamer hinterher. Und dann bleibt auch noch Kind 2 auf der Treppe im Sitzstreik zurück und behindert alles was hoch- und runterläuft. Ich denke mir nur „nicht aufregen, Kind 1 muss zum Unterricht, alles andere gleich“… und schiebe Kind 1 leicht hektisch mit einem Abschiedskuss in den Klassenraum. Da läutet auch schon die Glocke und ich atme auf, dass wir es noch rechtzeitig geschafft haben. Doch ein anderes Kind sorgt auf der Treppe für Stau und Gefluche bei anderen Eltern. Lässig gehe ich zu meinem Kind Nummer 2 und erkläre freundlich, lustig, locker, dass es dort nicht sitzen kann und bitte es aufzustehen. Doch denkste! Es bleibt sitzen und denkt nicht mal im Traum daran aufzustehen und Platz zu schaffen. Im Gegenteil! Es fängt an zu bocken. Ja genau das habe ich morgens um 8 Uhr total vermisst! Ein bockiges Kleinkind, was sich auf der Schultreppe windet und schreit: „Ich will aba nich!“. Jetzt langsam schwindet meine Geduld. Meine Kraftproben waren in der Anzahl ausreichend und ich trage mein Kind von der Treppe runter zum Auto. Nicht, dass ich mich beobachtet fühle auf dem Weg und mein Kind schreit wie abgestochen. Mit einem verzweifelten Lächeln im Gesicht versuche ich noch einen lockeren Spruch loszuwerden und merke schnell, dass es nicht wirklich ankommt. Egal, denke ich. Ich habe zwei Kinder und habe seit 2 Stunden 2 kleine Zombies zum Leben erweckt, abgefüttert, gestriegelt und in Kita und Schule abgegeben. Ich packe das mit links. Sollen andere doch gucken und sich ihren Teil denken…
Und im Kindergarten stelle ich dann fest, dass ich für Kind 2 vergessen habe die Wechselwäsche mitzugeben…. Naja das sind ja Peanuts, oder? 😀

In diesem Sinn: Euch Mamas und Papas einen schönen Tag 🙂

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5 Responses

  1. Herrlich dieser Beitrag, richtig lustig und erfrischend und so wahr!!! Ich hatte 10 Jahre lang eine Patchworkfamilie mit 4 Kindern. Ich weiß heute gar nicht mehr, wie ich das geschafft habe! Aber irgendwie gehts immer und als Mama funktioniert man automatisch und wenn man mittendrin steckt ist einem oft gar nicht bewusst, was man da so leistet. Vielen Dank für deinen Artikel!

  2. Maillot Juventus 2013 sagt:

    Yeah !… life is like riding a bicycle. You will not fall unless you stop pedaling!!…

  3. Güngör sagt:

    Es fasziniert mich immer wieder, was alles Eltern für ihre Kinder tun. Bei uns in der Kita erfahre ich von Eltern zum Teil exakt dasselbe was hier von dir beschrieben wird, liebe Anne!

    Also der Ablauf von morgens bis zum Schulbeginn ist sehr stressig. Und will man sich mal für einen Moment ausruhen, ist schon wieder „Schule aus – wir gehen nach Haus…“ 🙂

    Ich erfahre täglich neue Dinge von Eltern, die aufopferungsvoll für ihre Kinder einsetzen. Aus Solidarität habe ich mich dazu beschlossen, einen Blog für Eltern zu gründen. Vielleicht verirrt sich der eine oder andere auch mal rein und stöbert etwas – denn es sind nun nach bereits 1 1/2 Jahren einiges an Themen zusammengekommen – von der Trotzphase hin zur Pubertät bis zu den ersten Ängsten und Entwicklungen des Kindes.

    Auf deinen Besuch würde ich mich auch freuen, liebe Anne und auf deine Kommentare 🙂

    Mit vielen solidarischen Grüßen
    Güngör von http://www.elternlebenleichter. com/

  4. Dani sagt:

    Hallo Anne,

    ich kann Dich beruhigen, der Kraftakt wird nicht weniger wenn die Kids älter werden.
    Ich durfte letzte Woche 2 x nach Waiblingen fahren (Hin und zurück). Der Freund von meinem Sohn (9) hatte seine Mütze vergessen. Ich nochmal zurück. Als wir wieder daheim waren, stellte mein Sohn (9 fast 10) fest, dass seine Fussballschuhe nicht im Beutel sind. Dabei habe ich beide Kids 3 x gefragt, ob Sie alles haben. Da bekommt man manchmal wirklich die Motten. Heute früh Anruf vom Kindergarten, Sohn 2 (4) braucht seine Handschuhe und ich soll Sie schnell bringen. Ganze Haus nach den Hndschuhen im Schnelldurchlauf durchwühlt. Dabei war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass es die Handschuhe anhatte. Im Auto habe ich Sie dann gefunden, wurden auf der Fahrt in den Kindergarten hat eigenhändig ausgezogen. Morgen ist Wochenende, da können wir dann wieder etwas Kraft tranken. Bis zur nächsten kleinen Peanuts.
    In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wunderschönes und entspanntes Wochenende. Grüsse auch an Deinen Mann.

    • Anne Kratz sagt:

      Ohja da hast Du vollkommen Recht liebe Dani 🙂 Aber was wäre das alles ohne die kleinen, lieben, nervigen Plagegeister? Das Leben wäre so leer und trostlos 😉 In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine kraftvolle Woche! :*

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